ORCHIDEEN MIT FREUDE SCHÜTZEN UND PFLEGEN

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REICHENBACH fil.

Heinrich Gustav Reichenbach (1823 – 1889)

Heinz J. Plezia

Heinrich Gustav Reichenbach (RCHB. f. oder REICHENBACH fil. (lat. filius = Sohn)) wurde 1823 als Sohn des Botanikers, Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach in Leipzig geboren.

Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach war zu der Zeit Ordinarius für Naturgeschichte an der Chirurgisch-medizinischen Akademie in Dresden, Direktor des Zoologischen Museums am Zwinger und Leiter des von ihm begründeten botanischen Gartens von Dresden, welchen er bis zu seinem Tode leitete. 1841 begründet er die Orchideengattung Traunsteinera REICHENBACH, zu Ehren des österreichischen Botanikers und Apothekers Joseph Traunsteiner. Wen sollte es da noch wundern, dass sich auch der Sohn für die Natur interessierte. H.G.L. Reichenbach veröffentlichte einige botanische und zoologische Bücher, die mit naturnahen Bildern illustriert wurden.

Bei der „IconesFlorae Germanicae Helveticae“ unterstützte ihn sein Sohn Heinrich Gustav, indem er mehrere Zeichnungen für das mehrbändige Werk anfertigte. Bei dieser Arbeit wurde sicherlich auch sein Interesse für die Orchideen geweckt, die dann maßgeblich seinen weiteren Werdegang bestimmen sollten.

Mit 18 begann H.G. Reichenbach mit der Erforschung von Orchideen, und arbeitete in diesem Zuge auch mit dem berühmten Orchideenforscher John Lindley zusammen. Nach dessen Tod (1865) galt REICHENBACH fil. als der führende Orchideenexperte weltweit. Viele seiner Beschreibungen wurden in dem von John Lindley 1841 mitbegründeten „Gardeners' Chronicel“ veröffentlicht. Der größte Teil der Neubeschreibungen von H.G. Reichenbach erschien jedoch in seinen „Xenia Orchidacea“. 1852 promoviert H. G. Reichenbach in Leipzig. Seine Habilitationsarbeit mit dem Titel „De pollinis Orchidearum genesi ac structura et de Orchideis in artem ac systema redigendis“ dürfte wohl die erste deutsche Habilitationsarbeit gewesen sein, die sich einem Orchideenthema widmet.

Heinrich Gustav Reichenbach scheint ein Mensch gewesen zu sein, der sich gern mit den von ihm beschriebenen Pflanzen brüstete, was sicherlich den Umgang mit ihm schwierig werden ließ. Mit der von ihm im Jahre 1854 begründeten Gattung Aa REICHENBACH fil. wollte er wohl erreichen, dass sein Name immer an erster Stelle in den Listen der Orchideen steht. Eine andere Begründung für diesen Namen sucht man vergebens, er selber schwieg zeitlebens dazu.

Mit seiner Entscheidung, seinen Nachlass für 25 Jahren über seinen Tod hinaus unter Verschluss zu halten, löste er eine Serie von Doppel- und Mehrfachbeschreibungen aus, da niemand während dieser Zeit die Unterlagen einsehen und folglich nicht überprüfen konnte, ob seine „neue“ Art nicht schon von REICHENBACH fil. beschrieben worden war. Nach Ablauf dieser Frist mussten viele Neubeschreibungen für nichtig erklärt werden, denn nach den Regeln der Nomenklatura hat der Name des Erstbeschreibers Vorrang.

Heinrich Gustav Reichenbach besaß wohl das größte Privatherbarium der Welt.
Seinen reichhaltigen Nachlass bestehend aus Herbarium und Bibliothek, darunter das Manuskript zu seinem dreibändigen Werk „Xenia Orchidacea“ blieb leider nicht in Hamburg. Er überließ ihn dem Naturhistorischen Museum Wien.

Literatur:

Die Orchideen Deutschlands.- Uhlstädt-Kirchhasel,

Herausgeber: Arbeitskreise Heimische Orchideen (2005)

Orchideenatlas

Helmut Bechtel, Phillip Cribb, Edmund Launert.

Verlag Eugen Ulmer Stuttgart 1985

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